Rückkehreraktion: Mach Mutti glücklich – komm zurück

In Zeiten des permanenten Fachkräftemangels in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Prignitz unternehmen Kommunen, Institutionen und Unternehmen vielfältige Aktivitäten, um die Abwanderung von Fachkräften zu verringern und weitere Fachkräfte zu gewinnen. Ein Weg zu neuen Fachkräften für die Region ist die Aktivierung von potentiellen Rückkehrern.

Früher machten die neuen Bundesländer Schlagzeilen damit, dass viele Menschen aus der Region fortgingen. Das aber hat sich inzwischen grundlegend verändert. Die Zahl der Abwanderer bei den Arbeitnehmern verringerte sich seit 2000 um annähernd 45 Prozent. Die Rück- bzw. Zuwanderungsquote in die neuen Bundesländer wächst dagegen.

Eine Untersuchung zur Regionalentwicklung durch Rückwanderung des Leibniz Institut für Länderkunde aus dem Jahr 2012/ 2013 ergab nachfolgende Erkenntnisse:

„Als Hauptgründe für ihre Abwanderung aus Ostdeutschland geben die Befragten mit großem Abstand die Karrieremöglichkeiten und das Einkommen an. In beiden Bereichen wollte eine deutliche Mehrheit durch die Abwanderung eine Verbesserung erreichen. Dieses Ziel haben die meisten Abwanderer auch erreicht.

Warum kehren diese Leute dann zurück?

Im Unterschied zur Abwanderung, bei der die Verbesserung der Karriere- und Verdienstmöglichkeiten die zentralen Motive waren, ist für die Rückkehrer häufig die Nähe zur Familie und zum Freundeskreis ausschlaggebend.“

Dazu würden die Rückkehrer sogar finanzielle Einbußen hinnehmen. „Die Verzichtbereitschaft ist hoch; über 50 % der befragten Abwanderer wäre auch zu größeren Einschnitten bereit, um ihren Rückkehrwunsch realisieren zu können.

Die wichtigsten Erkenntnisse der neuesten Untersuchungen des Leibniz Instituts lauten:

  • „drei von vier abgewanderten Ostdeutschen möchten in ihre Heimat zurück-kehren
  • 43 Prozent jener Ostdeutschen, die heute in den alten Ländern leben, haben sogar schon konkrete Pläne für den Umzug zurück in die Heimat geschmiedet
  • schon heute ist jeder Zehnte von denen, die den Osten einst verließen, wieder da und lebt wieder in den neuen Ländern.“

Aber es gibt auch Fragen und Bedenken bei den Rückkehrwilligen die sich noch in der Ferne befinden wie z.B.:

  • Bekomme ich zu Hause einen Job?
  • Wie weit ist die nächste Schule entfernt?
  • Wird auch mein Partner Arbeit finden?
  • Wo finde ich leicht eine Wohnung?

In einem Gespräch mit Frau Ingrid Wuschke aus Pritzwalk erklärte sie, dass sie eine Prignitzerin mit Leib und Seele sei. Sie ist inzwischen 60 Jahre und so eng mit ihrer Region verwurzelt, dass sie es sich nicht vorstellen konnte irgendwann aus der Prignitz abzuwandern. Ihren Sohn zog es im Jahr 2000 wegen der vor Ort fehlenden Arbeitsplatz- und Karrieremöglichkeit in die Ferne. Er ist inzwischen verheiratet und hat zwei kleine Kinder. Beide Eltern haben Arbeit in Ihrem Wunschberuf in Hamburg gefunden und auch ein Haus gebaut. Frau Wuschke hätte ihre Kinder und die kleinen Enkel gern in ihrer Nähe. Wir haben auch schon darüber gesprochen, sagt sie. Dann wäre auch vieles einfacher bei der Kinderbetreuung. Immer wenn ich bei meinen Kindern zu Besuch bin und wieder abreisen muss, weint mein kleiner Enkel. Das tut schon weh. Und eigentlich möchten die Kinder auch wieder zurück wegen der Familie und den vielen noch vorhandenen Freunden in der Heimat. Das wäre so schön, sagt Frau Wuschke. Sie findet es gut, dass wir uns um die vielen abgewanderten Menschen bemühen. Als wir ihr unsere Rückkehrer- Kampagne  vorstellen, sagt sie spontan: „Bei mir wird die Postkarte auf dem Tisch liegen, wenn meine Kinder zu Weihnachten kommen!“

2013 riefen das RegionalCenter OPR der IHK Potsdam, die Kreishandwerkerschaft OPR, Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg, Agentur für Arbeit Neuruppin, ZAB Arbeit und die Inkom Neuruppin das Kooperationsnetzwerk  zur Fachkräftesicherung Ruppiner Land ins Leben. Dieses Netzwerk bündelt Aktivitäten und entwickelt Ideen zur Sicherung der Fachkräftebedarfe in der Region. Eine davon war die Entwicklung einer Rückkehrer- Kampagne. Die Städte und Gemeinden Neuruppin, Kyritz, Wittstock, Meyenburg, Pritzwalk und Heiligengrabe fanden die Rückkehrer- Kampagne so gut, dass sie sich sofort bereit erklärten die Aktion zu übernehmen. Eine tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung erhalten sie dabei von der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin und der Sparkasse Prignitz sowie der Zukunftsagentur Brandenburg, die u.a. mit umfassenden Informationen aus dem zentralen Fachkräfteportal-Brandenburg unterstützt.

Nur wie kommt man an die ehemals aus der Region abgewanderten Menschen heran?

Nach Untersuchungen erreicht man die Abwanderer am besten über die in der Heimat verbliebenen Familienmitglieder und Freunde. Und diese treffen sich am häufigsten zu den Weihnachtsfeiertagen! Da kommen die bereits erwachsenen Kinder mit den Enkeln zu Besuch bei den Eltern und haben genug Zeit sich auszutauschen.

Am 20.12.2014 erhalten alle Haushalte in Pritzwalk und Meyenburg sowie am 23.12.2014 im gesamten Landkreis Ostprignitz-Ruppin die kostenfreie Wochenzeitung Wochenspiegel mit einer auf der Titelseite aufgeklebten Postkarte, die mit dem Slogan „Mach Mutti glücklich – komm zurück“ um Rückkehrer wirbt. Mit der Postkarte soll der Aspekt, über eine mögliche Rückkehr nachzudenken,  verstärkt werden. Absender der Postkarten sind die Städte und Gemeinden Neuruppin, Kyritz, Wittstock, Heiligengrabe, Pritzwalk und Meyenburg.

Die Kommunen möchten mit der Aktion ihre Offenheit für Rückwanderer signalisieren und die potentiellen Rückkehrer bei der Umsetzung ihres Rückkehrwunsches vor Ort aktiv unterstützen.  Mit der Karte kann jeder Rückkehrwillige Informationen zum Thema „Rückkehr“ abfordern, im Internet einsehen, oder sich auch direkt beim jeweils benannten Ansprechpartner melden. Die eng mit der Region verbundenen Sparkassen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin stellen neben finanziellen Mitteln zudem ihr gesamtes Netz der Geschäftsstellen zur kostenfreien Rückgabe der von den Interessenten auszufüllenden Postkarte zur Verfügung.

Als wir Frau Wulschke schöne Feiertage und einen fleißigen Weihnachtsmann wünschen, sagt sie: „Wenn sie mit ihrer Postkarte dazu beitragen, dass meine Kinder in die Heimat zurückkommen, ist das das beste Weihnachtsgeschenk für mich.“

So macht man Mutti glücklich!!!! 

Postkarte zur Rückkehreraktion: Mach Mutti glücklich – komm zurück

Wir hoffen, dass sich viele Rückkehrwillige zu den Weihnachtsfeiertagen bei Ihren Familien in der Heimat aufhalten und unsere Rückkehrer- Kampagne dort lebhaft diskutiert wird. Noch mehr freuen wir uns auf viele Anfragen von Rückkehrwilligen.
Weitere Informationen erhalten Sie bei nachfolgenden Ansprechpartnern:

Inkom Neuruppin GmbH für die Fontanestadt Neuruppin
Herr Peter Wagner
Tel.:       03391/ 822 09 467
e-mail:  peter.wagner@inkom-neuruppin.de

Stadt Wittstock
Herr Dieter Herm
Tel.:       03394/ 429 240
e-mail:  d.herm@stadt-wittstock.de

Hansestadt Kyritz
Frau Marlies Ferner
Tel.:      033971/ 85227
e-mail:  wirtschaft@kyritz.de

Stadt Pritzwalk
Herr Dr. Ronald Thiel
Tel.:     03395/ 760 816
e-mail: r.thiel@pritzwalk.de