Stammtisch der Wirtschaft im Freiraum Ruppiner Land mit Minister Ralf Christoffers

September 2013 - 44 Unternehmer der Region waren am 2. September der Einladung der INKOM Neuruppin GmbH zum Stammtisch der Wirtschaft mit Brandenburgs Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten (MWE) Ralf Christoffers gefolgt.

Stammtisch der Wirtschaft mit Brandenburgs Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten (MWE) Ralf Christoffers

Sichtlich vom vollbesetzten Saal im Restaurant und Café Tempelgarten beeindruckt eröffnete Neuruppins Bürgermeister, Jens-Peter Golde, den Abend. In seiner kurzen Rede verwies er darauf, dass sowohl die zukünftige Förderpolitik des Landes, aber auch die Energiekosten neben den regionalen Standortfaktoren für die Unternehmensentwicklung in der Region eine wichtige Rolle spielen.

Jens Boese, Betriebsleiter der Atotech Deutschland GmbH am Standort im Industrie- und Gewerbegebiet Temnitzpark, nahm in seiner interessanten und umfassenden Unternehmensvorstellung diesen Ball auf: „Die Standortbedingungen hier sind gut. Wir fühlen uns heimisch…“. Am Standort wird die Chemieproduktion für Atotech Deutschland umgesetzt, fast die Hälfte der Produktion wird in Deutschland weiter verwendet, ein Großteil des Exportes findet inzwischen seine Abnehmer in Asien.

Das Thema des Abends, die Ausrichtung der EFRE-Förderpolitik in Brandenburg 2014-2020 eröffnete Minister Christoffers mit einem einstimmenden Vortrag.  Er verwies insbesondere darauf, dass die Gesamtsumme der zur Verfügung stehenden Mittel aus EFRE und ESF ca. 50-55 % der alten Förderperiode betragen werden. Die Abstimmungen dazu laufen derzeit. Darüber hinaus wird es im Rahmen des Länderfinanzausgleiches ab 2019 keine „Ostförderung“ mehr geben, sondern eine Förderung für strukturschwache Gebiete. Dazu wird die „Schuldenbremse“ im Land wirksam. Insgesamt also eine Herausforderung für Brandenburg.  Gleichwohl kann auf Erreichtes sehr gut aufgebaut werden.

Die zukünftige Förderung wird sich an insgesamt vier Schwerpunkten orientieren: Forschung, Entwicklung und Innovation, Stärkung und Entwicklung KMU, Energie und Klimaschutz sowie integrierte städtische und ländliche Entwicklung. Der aktuelle Stand des Entwurfes des operationellen Programms ist durch das Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten (MWE) unter www.efre.brandenburg.de veröffentlicht. Der Minister bekräftigte, dass auch die Förderung der Existenzgründung, das Mikrokreditprogramm und die „M4-Förderung“ (insb. in Hinblick auf Internationalisierung) Bestandteil der Förderkulisse sein werden. Der RWK Prozess wird durch das Land fortgesetzt. Abschließend machte der Minister deutlich, dass die Meinung der Unternehmen für die Erarbeitung des operationellen Programms wichtig und jederzeit willkommen ist.

Nach der Energiestrategie 2030 befragt verwies Ralf Christoffers auf die Schwierigkeiten der Energiewende. Seine Intension sei es, die Stromsteuer für 12 Monate auszusetzen, um in diesem Zeitfenster über die Energiethematik zu verhandeln. Er betonte, dass ein Gesamtfinanzierungskonzept für die Energiewende notwendig ist. Gleichzeitig machte er den Anwesenden wenig Hoffnung, dass eine Strompreissenkung in Kürze umgesetzt wird.

Mehrere Unternehmer, unter ihnen Herr Tegtmeier (Geschäftsführer TIK Technische Industriekunststoffe GmbH) machten deutlich, dass Unternehmen ihre Investitionen planen und deshalb auch rechtzeitig zu neuen Förderprogrammen Informationen benötigten. Wichtig ist es, dass das GRW-Programm als Zuschussprogramm weitergeführt wird. Fachkräfte und Nachwuchs sind darüber hinaus Schwerpunktthemen für die Unternehmen, die regional bewegt werden müssen, aber auch der Unterstützung des Landes bedürfen.